Visotec GmbH: Daten für mobile Augendiagnostik sicher übertragen

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Das Lübecker StartUp Visotec GmbH hat ein Gerät entwickelt, mit dem Patient:innen mit feuchter AMD ihre Augen von zu Hause aus kontrollieren können. Zusammen mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel entwickelte sie eine sichere Datenübertragung in eine Cloud.

Die Augenkrankheit AMD (Altersbedingte Makula-Degeneration) ist eine Art „Netzhautverkalkung“, die vor allem bei älteren Menschen auftritt. Es wird zwischen einer „trockenen“ und „feuchten“ AMD unterschieden. Letztere tritt bei 15 bis 20 Prozent der Patient:innen auf und kann innerhalb weniger Monate zu einer schweren Sehbehinderung führen. Um die feuchte AMD zu behandeln, müssen die Augen regelmäßig kontrolliert werden, denn nur so kann der richtige Therapie-Zeitpunkt ermittelt werden. Die Behandlung muss zudem mehrmals wiederholt werden. Die dafür benötigten OCT-Geräte sind sehr teuer und daher nur in Augenkliniken und Praxen verfügbar, was für die Patient*innen sehr häufige Arztbesuche bedeutet. Das macht die Therapie aufwendig. Zudem haben die Betroffenen oft ein hohes Alter, was sie weniger mobil macht.

Mobiles OCT-Gerät für Zuhause

Visotec hat daher ein OCT-Gerät entwickelt, das die kontinuierliche Überwachung der Krankheit durch tägliche Tests ermöglicht. Wie bei einer Diabetes-Erkrankung können die Patient:innen sich regelmäßig zu Hause selbst testen. „Das Gerät spricht mit dem Patienten. Es gibt keine Knöpfe, außer dem Ein- und Ausschalter. Er muss also nur hineinblicken und das Gerät übernimmt alle notwendigen Messungen“, erklärt Helge Sudkamp, CEO von Visotec. Das hohe Alter der Betroffenen sowie die oft schon bestehenden Sehbehinderungen werden durch diese intuitive Bedienung berücksichtigt. Die Daten werden anschließend über WLAN oder LTE an einen Server gesendet.

Große Datenmengen speichern und analysieren

„Die Bilder, die das Gerät macht, können natürlich nicht vom Patienten interpretiert werden, das kann nur ein Arzt machen. Zudem entstehen große Mengen an Rohdaten, die nicht im Gerät gespeichert werden können. Daher suchten wir nach einer Möglichkeit, diese sicher in eine Cloud zu übertragen und zu speichern“, erzählt er weiter.

In der Cloud werden die Rohdaten dann so aufbereitet, damit eine KI-Lösung diese analysieren kann. Bei Verdacht erfolgt eine Meldung an den:die zuständige:n Arzt/Ärztin, um die Therapie einzuleiten. Hier unterstützte das M4KK, um einen solchen Software-Prototypen zu erstellen.