Start des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel

Um die führenden Köpfe des schleswig-holsteinischen Mittelstands fit für die digitalisierte Wirtschafts- und Arbeitswelt zu machen, geht nun auch in Kiel ein „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum“ an den Start. Stefan Schnorr, Abteilungsleiter für Digital- und Innovationspolitik im Bundeswirtschaftsministerium, überreichte dazu heute (5. Juli) einem Konsortium aus schleswig-holsteinischen Hochschulen und Transfereinrichtungen einen Förderbescheid über rund vier Millionen Euro für die kommenden drei Jahre. Bereits seit knapp zwei Jahren bieten Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren in ganz Deutschland Unternehmen Hilfestellungen an – etwa bei der Erarbeitung einer individuellen Digitalisierungsstrategie.

„Die Digitalisierung ist noch immer nicht bei allen Mittelständlern angekommen. Wer sich jedoch heute nicht darauf einlässt, muss befürchten, bald aus dem Geschäft gedrängt zu werden. Mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel sollen daher besonders kleine und mittlere Unternehmen für die neuen Herausforderungen sensibilisiert und durch Informations- und Weiterbildungsangebote fit gemacht werden. Praxisnähe und Anschaulichkeit sind dabei für uns zentral“, sagte Schnoor.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz dankte dem Bund für die Unterstützung und betonte: „Die Digitalisierung bietet deutlich mehr Chancen als Risiken für unsere Wirtschaft. Denn sie treibt Innovationen für neue Produkte und Dienstleistungen an und revolutioniert Produktionsverfahren ebenso wie Arbeitsprozesse und eröffnet zudem neue Geschäftsfelder, etwa durch die Individualisierung von Produkten.“ Der Minister forderte die Betriebsinhaber und Geschäftsführer auf, möglichst rasch mit dem neuen Kompetenzzentrum Beratungstermine zu vereinbaren oder an einem der Demonstrationsworkshops teilzunehmen.

Dabei werde den Teilnehmern beispielsweise demonstriert, wie Montageabfolgen und Zustände von Maschinen auf Datenbrillen aufgespielt werden können. Die Teilnehmer können so unter anderem lernen, wie mit Hilfe von Datenbrillen anwendungsspezifische Aktionen ausgelöst werden – etwa die Ableitung von Montageanleitungen aus CAD-Daten.

Mit Blick auf die deutsche Wirtschaft erinnerte Buchholz daran, dass immer mehr Unternehmen den Weg ins Industrie-4.0-Zeitalter in den Griff bekommen: Hätten 2016 noch 72 Prozent in der Digitalisierung eine „riesige Herausforderung“ gesehen, seien es aktuell noch 55 Prozent. „Wir sind also auf dem richtigen Weg, aber viele Herausforderungen bleiben“, sagte Buchholz. Knackpunkte seien in vielen kleinen und mittleren Unternehmen vor allem mangelnde IT-Kompetenzen oder die fehlende Bereitschaft, das gerade in Schleswig-Holstein schon jetzt gut ausgebaute Glasfasernetz für sich zu nutzen. Die Einrichtung des Kompetenzzentrums ist Teil des Digitalisierungsprogramms des Landes Schleswig-Holstein, das am 28. Juni vom Kabinett beschlossen wurde.

Leadpartner für das Kieler Kompetenzzentrum ist die „Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH“. Zum Projektkonsortium gehören zudem die Fachhochschulen Kiel und Lübeck, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Universität zu Lübeck sowie die UniTransferKlinik Lübeck GmbH und das Lebensmittelinstitut KIN e.V. Neumünster.

Ziel des Kompetenzzentrums ist nach den Worten von Björn Lehmann-Matthaei, Chef des Kieler FuE-Zentrums, mit kleinen und mittleren Unternehmen, die im Tagesgeschäft nur wenig Ressourcen und Zeit für Digitalisierungsprozesse aufbringen können, individuelle Lösungen zu entwickeln. „Die Ansätze können dabei so individuell wie die Unternehmen sein. Das kann eine digitale Wareneingangsabwicklung, ein digitaler Lückenschluss in der Lohnfertigung oder eine vernetzte Montagelinie sein“, so Lehmann-Matthaei.

Weitere Informationen zu den Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren in Deutschland unter www.mittelstand-digital.de


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