Anwendungsszenario Lebensmittelproduktion: Vorbereitung und Dosierung

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Genauso wie beim Kochen besteht die gewerbliche Lebensmittel-Herstellung meist aus zahlreichen Teilschritten. Hier kann es sehr aufwendig sein, die Warenströme aller Komponenten im Blick zu behalten. Zudem besteht speziell bei der händischen Verwiegung die Gefahr, ähnlich aussehende Komponenten miteinander zu verwechseln und die falsche Menge abzuwiegen.

Mithilfe eines Warenwirtschaftssystems und eines guten Behältermanagements lassen sich Warenströme und Bestandsveränderungen genauestens erfassen. Auch gibt es digitale Lösungen, die das Vertauschen von Komponenten sowie falschen Wiegemengen vorbeugen.

Herausforderung: Vorbereitung der Komponenten

Bei der Vorbereitung von Komponenten kann es aufwendig werden, alle Warenströme auch später noch nachzuverfolgen. Speziell dann, wenn das Lebensmittel aus vielen unterschiedlichen Komponenten besteht. Als Beispiel sei ein Chili con Carne genannt, das typischerweise aus Gemüsebestandteilen, Hackfleisch sowie einer Tomatensoße besteht. Bei vielen unterschiedlichen Verarbeitungsprozessen und Waren ist es zudem schwer, die aktuellen Lagerbestände und Standorte im Blick zu behalten. Welche Menge eines Artikels befindet sich noch im Lager? Welche Menge wurde im Produktionsbereich verbraucht? An welchem Ort befindet sich ein bestimmter Artikel im Unternehmen?

Die Lösung

Damit alle Warenströme inkl. Bestandsveränderungen nachverfolgbar sind, kann ein Warenwirtschaftssystem mit Buchungszonen und Produktionsaufträgen verwendet werden. Wo ein Artikel aktuell steht und ob er verwendet wird, ist im Warenwirtschaftssystem über die Buchungszone und den Status des Artikels erkennbar. Diese Informationen sind entweder am Computer oder über ein mobiles Endgerät abrufbar. Dank der Filter- und Sortierfunktionen lassen sich so Artikel schnell im Unternehmen finden und Bestände ermitteln. Einzelne Produktionsaufträge für verschiedene Halbfertigwaren ermöglichen das Erfassen von Teilprozessen. Im Beispiel des Chili con Carnes können so alle Warenströme inkl. Bestandsveränderungen erfasst werden.

Um einzelne Behältnisse wie Transport- und Lagerbehälter erfassen zu können, werden diese mit einzigartigen Identifikationsnummern (ID) ausgestattet. Die Behälter-ID ist entweder als optischer Bar- oder QR-Code oder in einem RFID-Transponder enthalten. RFID ist ein kontaktloses Identifikationsverfahren, bei dem Daten mittels elektromagnetischer Radiowellen aus einem Mikrochip ausgelesen sowie darauf abgespeichert werden können. Speziell beim RFID-Transponder besteht die Möglichkeit, neben der ID weitere Informationen wie Chargennummer, Artikelnummer und enthaltene Produktmenge direkt im Behälter abzuspeichern.

Herausforderung: Dosierung

Bei der Dosierung können unter anderem die händische Komponentenverwiegung und Mengenkontrollen sowie die dazugehörige schriftliche Protokollierung eine Herausforderung darstellen. Häufig werden Komponenten händisch verwogen. Beispielsweise dann, wenn das Automatisieren technisch zu aufwendig ist und/ oder sich wirtschaftlich nicht lohnt. Gerade bei der händischen Verwiegung vieler ähnlich aussehender Komponenten wie zum Beispiel Pulver besteht die Gefahr des Vertauschens.

Die Lösung

Immer, wenn die Hintergrundinformationen eines Artikels (z. B. Standort, Buchungszone, Status, verbuchte Menge) verändert werden, erfolgt eine Dokumentation im System. So entsteht eine Art Historie, die eine genaue Rückverfolgbarkeit des Artikels ermöglich. Wann welche Rohstoffe an welchem Ort verarbeitet wurden und in welches Endprodukt sie gelangt sind lässt sich im Warenwirtschaftssystem ermitteln.

Um die Gefahr von händischen Fehlverwiegungen zu verringern, kann der Prozess selbst digital begleitet werden. Dabei wird auf eine Digital-Waage mit angeschlossenem Computerterminal zurückgegriffen – alles verbunden mit dem EDV-System. Der Auftrag enthält eine Art Checkliste aller Komponenten. Dem Mitarbeitenden werden die Komponenten übersichtlich inkl. Menge, Artikelnummer und weiteren Informationen am Display angezeigt. Abweichungen vom Zielgewicht werden mit roten Farbbalken markiert und eine Bestätigung der Verwiegung ist nur möglich, wenn das Gewicht stimmt. Alle Arbeitsschritte werden im EDV-System dokumentiert und buchungstechnisch erfasst, damit die Warenbestände aktuell bleiben.

Der Nutzen

  • Lückenlose Rückverfolgbarkeit der Warenströme und Bestandsveränderungen
  • Geringere Fehlerwahrscheinlichkeit beim händischen Verwiegen durch
    • Vertauschen ähnlich aussehender oder beschrifteter Artikel
    • zu große oder kleine verwogene Menge

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