Promecon GmbH: Drahtlos Patientendaten im Krankenhaus übertragen

  • Erfolgsgeschichte
  • Promecon GmbH
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  • Medizintechnik
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Mit welcher Technologie lassen sich Infusionsdaten drahtlos und verschlüsselt innerhalb eines Krankenhauses übertragen? Dieser Frage ging die Promecon GmbH mit Unterstützung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel (M4KK) auf den Grund, indem aktuelle Funktechnologien auf den Prüfstand gestellt wurden.

Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitsakte (eGK) und der elektronischen Patientenakte (ePA) ist auch die Relevanz gestiegen, wie diese digitalen Informationen schnell und vor allem sicher zwischen den Medizingeräten und dem Server der Krankenhäuser ausgetauscht werden können. Interessant sind hier verschiedene Funktechnologien, die eine barrierefreie Umsetzung versprechen. Dafür plant die Promecon GmbH ein neues Gerät, das diese Informationen auf dem Server oder über ein Mittelgerät lesen kann. Im Rahmen einer Impulswerft wurden für die Übertragung von Infusionsdaten Szenarien entwickelt.

Dabei wurden folgende grundlegende Fragestellungen betrachtet: Wie muss das Gerät programmiert werden? Mit welcher Funktechnologie sollte das Gerät ausgestattet werden? Um diese zu klären, erstellte das M4KK Funktechnologien hinsichtlich der Anforderungen auf den Prüfstand. Ergebnis ist eine Übersicht verschiedener Funktechnologien, die verschlüsselte Datenübertragung im Bereich der Medizintechnik ermöglichen.

Aspekte bei der Auswahl einer Technologie für medizinische Geräte in Krankenhäusern

Um die richtige Funktechnologie auszuwählen, müssen einige Aspekte beachtet werden. Zum Beispiel ist es relevant zu wissen, wo die Technologie eingesetzt werden soll. Auch der Prozess, der digitalisiert werden soll, spielt eine entscheidende Rolle. Genauso wie die Daten, die über Hardwareelemente wie Aktoren und Sensoren an das Netzwerk übertragen werden sollen.

Was wie graue Theorie klingt, bedeutet in der Praxis:

Die Promecon GmbH suchte nach einer sicheren und vor allem auch energiesparenden Technologie, mit der sich die Daten aus der Infusionskontrolle vom Krankenzimmer auf den Krankenhaus-Server übertragen lassen. Der Prozess sollte dabei drahtlos umgesetzt werden. Die Daten unterliegen zudem strengen Datenschutzregeln und müssen bei der Übertragung verschlüsselt werden.

Ergebnisse der Impulswerft

Im Zuge der Impulswerft durch das M4KK ist eine Liste von Vor- und Nachteile der Technologien entstanden:

  • Mobilfunk: Mobilfunk ist in Krankenhäusern tendenziell eine schlechte Wahl. Zum einen sind viele Krankenhäuser wie Bunker gebaut, was zu Signalstörungen führt. Außerdem setzen Mobilfunkunternehmen in Krankenhäusern oft keine verteilten Antennensysteme (DAS) ein, um Funk-Überschneidungen mit medizinischen Geräten zu vermeiden.
  • Low power, wide-area networks (LPWAN), Thread und ZigBee: Diese Technologien haben eine Reihe von Vor- und Nachteilen. Das klassische Problem, mit dem Mesh-Netzwerke im Gesundheitswesen konfrontiert sind, ist die Notwendigkeit einer hohen Geräteanzahl. Die meisten Lösungen in Krankenhäusern stehen hier jedoch vor großen Herausforderungen, was Mesh-Netzwerke schwierig macht. Darüber hinaus benötigt diese Lösung ein zentrales Gerät, das die anderen Geräte (sogenannten Slaves) steuert.
  • W-LAN: Bei W-LAN-Systemen gibt es ein paar Dinge zu beachten: W-Lan Netzwerke sind stromhungriger als viele andere Lösungen. Daher ist WiFi nicht immer eine gute Option. Da das Krankenhauspersonal mit sensiblen Daten arbeitet muss für entsprechende Sicherheit gesorgt werden, um den Zugriff Unbefugter zu verhindern.
  • Bluetooth: Bei Bluetooth ist ein festes Gateway im Krankenhauszimmer notwendig, das die Geräte im Zimmer verbindet und die Daten dann über Ethernet, WiFi oder Symphony Link auf den Krankenhaus-Server überträgt.
  • Nahfeldkommunikation (NFC): NFC-Technologie kann zum Austausch von Patientendaten zwischen Ärzten und Pflegepersonal und für die Rückverfolgbarkeit von Patient:innen und Medikamenten verwendet werden. Für den Anwendungsfall der Impulswerft eignen sie sich nicht.
  • ANT+: Dieser Funk-Standard ist für medizinische Anwendungen nicht geeignet. Er wird vor allem im Freizeitbereich genutzt.

Die folgende Tabelle stellt kurz alle Informationen der Technologien und Protokolle in verschiedenen Kategorien dar. Wichtige Faktoren, wie Datenübertragung, Sicherheit, Frequenzband und typische Anwendung können Sie hier lesen.

Fazit der Impulswerft

Mit welcher Technologie lassen sich Infusionsdaten drahtlos innerhalb eines Krankenhauses übertragen? Mit dieser Ausgangsfrage hat das M4KK für die Promecon GmbH geeignete Technologien geprüft. Da die Infusionsdaten von einem medi­zinischen Gerät an eine Datenbank übertragen werden, achteten die Entwickler auf die Energiesparsamkeit des Gerätes und die Sicherheit der Übertragung. Dies war einer der Gründe, weshalb Promecon empfohlen wurde, Bluetooth im Gerät und W-LAN auf dem Zwischengerät (Gateway) zu verwenden.

Ihr Ansprechpartner

David Caraveo
Medizintechnik

David Caraveo

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