Change-Management: Einführung von KI-Systemen gestalten

  • Expertise

Eine mitarbeiterzentrierte Einführung von Lernenden Systemen im Betrieb steigert nicht nur die Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz. Sie fördert auch die Innovationsfähig der Unternehmen.

Iterativ und kollaborativ: Mit KI zusammen wachsen

Mit einem Whitepaper zur Einführung von Künstlicher Intelligenz hat die Plattform „Lernende Systeme“ eine Handreichung für kleine und mittelständische Unternehmen herausgebracht, die einen mitarbeiterzentrierten Ansatz aufzeigt.

Künstliche Intelligenz: Das ist kein Modewort, sondern eine ernstzunehmende Technologie, die immer mehr Einzug in die Wirtschaft erhält. Vor allem bei der Datenanalyse, im Qualitätsmanagement und durch intelligente Bildverarbeitung ergeben sich viele Potenziale, die Arbeitsabläufe in Zukunft nachhaltig prägen werden.

Doch mit der neuen Technologie ergeben sich auch Möglichkeiten, die zu einer Gefahr für die Sicherheit und die Rechte von Arbeitnehmer*innen werden können. Daher haben große Konzerne wie Google bereits Ethik-Richtlinien im Umgang mit Künstlicher Intelligenz festgeschrieben. Der Schutz von Persönlichkeitsrechten, Datenschutz, Sicherheit vor Arbeitsunfällen, die Gestaltung von menschengerechten Arbeitsbedingungen und das Recht auf Aus- und Fortbildung in KI-Technologien stehen im Mittelpunkt des Whitepapers „Einführung von KI-Systemen in Unternehmen“ und der darin vorgeschlagenen Change-Strategie. Nur so können in einer Arbeitswelt, in der Mensch und Maschine kollaborativ zusammenarbeiten, die ethischen Rahmenbedingungen unserer Gesellschaft und die Akzeptanz der neuen Technologie gewährleistet werden. Zudem unterliegt auch die Einführung von KI-Technologie den gesetzlichen Regelungen der betrieblichen Mitbestimmung.

Menschengerechte Gestaltung und Innovationsfähigkeit

Die Digitalisierung verlangt sowohl Mitarbeitenden als auch Führungskräften viel ab. Das gilt auch für die Einführung der KI-Technologie. Die exponentielle Entwicklung von KI macht es erforderlich, dass sich die Belegschaft und Unternehmensstrategie immer wieder neu auf den aktuellen Stand der Technik einstellen müssen. Das setzt bei allen eine hohe Lern- und Veränderungsfähigkeit sowie verstärkte Kompetenzen beim kollaborativen Arbeiten und Konfliktmanagement voraus. Aber auch ein kritisches und reflexives Bewusstsein beim Umgang mit KI ist wichtig, um negative Auswirkungen zu verhindern. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz darf z.B. nicht dazu führen, dass Mitarbeitenden Ziele gesetzt werden, die sie nicht erreichen können. Auch ist immer wieder zu hinterfragen, ob die Daten, mit der eine KI trainiert wird, diskriminierungsfrei sind.

Dazu ist es notwendig, dass Mitarbeitende lernen, wie KI funktioniert und die KI muss lernen, wie Menschen funktionieren. Von KI durchgeführte Workflows, die nicht zum realen Arbeitsleben passen, sollten vermieden bzw. neu diskutiert werden. Die KI-Kompetenzen der Mitarbeitenden helfen, neue Einsatzgebiete für die Technologie zu finden und Probleme schneller zu erkennen.

Zudem muss klar werden, dass es sich bei der Mehrzahl an Arbeiten, die die KI übernimmt, um Routineaufgaben handelt oder Bereiche, deren Grad die menschlichen Fähigkeiten übersteigen. So können zum Beispiel auf Basis von gewonnenen Daten im Produktionsprozess wiederkehrende Muster erkannt werden, die für die kontiniuerliche Qualitätssteigerung und Optimierung des Prozesses genutzt werden können und mit den menschlichen Fähigkeiten so nicht erreicht werden können.

Mitarbeitende sollte daher schon vor der ersten Planung mit einbezogen werden und auch nach der Implementierung an der Weiterentwicklung beteiligt werden. So entsteht von Beginn an eine hohe Akzeptanz für die „neue Kollegin“ und im weiteren Verlauf eine hohe Innovationsfähigkeit und Lust, diese „neue Kollegin“ weiter zu entwickeln.

Einführung von KI-Systemen in Unternehmen
Gestaltungsansätze für das Change-Management

Lernende Systeme - Die Plattform für Künstliche Intelligenz
November 2020

Download des ganzen Whitepapers

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel hat 2020 zusammen mit der WT.SH den KI Transferhub Schleswig-Holstein gegründet. Gefördert wurde das Projekt vom Land Schleswig-Holstein. Zur Zeit wird der Transferhub aufgebaut und wird in Kürze seine Arbeit aufnehmen.